Nachdem ich einen ganzen Sommer lang an den drei großen Klassenzimmerfenstern gearbeitet habe (und sie sind immer noch nicht fertig), hatte ich Bammel vor den Fenstern der Ferienwohnung. Aber sie heben sich nun  doch sehr unschön ab von den neu tapezierten Wänden.

Also suche ich die alten Geräte wieder raus und beginne die mühsame Abkratzerei.  Diesmal habe ich nicht den Ehrgeiz, überall das Holz freizulegen. Da, wo die Farbe noch richtig fest sitzt, bleibt sie dran. Vielleicht ärgere ich mich später darüber, aber jetzt muss ich das ideale Sommerwetter nutzen. Immerhin müssen die zwei Schichten Leinöl und die zwei weißen jedesmal gut durchtrocknen, bevor die nächste kommt. Das dauert bei dem Wetter zum Glück nur jeweils zwei bis drei Tage.Doch meine Kaffeepausen sind nur kurz, denn während die Fensterflügel trocknen, müssen die Rahmen bearbeitet werden. Der herrliche Leinölduft macht mich so glücklich, dass die Arbeit zur Erholung wird.

 

Als ich fast fertig bin, kommt unverhofft eine Kollegin und arbeitet einen Tag lang so unvorstellbar schnell und perfekt, dass wir auch noch das letzte Fenster – das neben der Eingangstür – einbeziehen.  Am Ende meiner Ferien strahlt die Südfassade mit herrlich weißen Fenstern den Passanten entgegen. Nun fehlen noch die Sandsteintafel und ein schöner Anstrich. Aber beide müssen noch warten.